The
Nuclear-Free Future
Award

in the Category


SOLUTIONS

is presented to

TADATOSHI AKIBA and
MAYORS FOR PEACE

Hiroshima, JAPAN

Salzburg, Austria
18 October 2007

Tadatoshi Akiba / Mayors for Peace

Aufzählungen gelten als langweilig. Manchmal sind sie aber auch spannend und mehr als das: ermutigend, notwendig, richtungsweisend. Die lange Aktivitäten-Liste der Mayors for Peace (MfP) weist von Mitte 1982 bis Mitte 2007 rund 90 größere Aktivitäten aus: darunter diverse Mahnbesuche in Hiroshima, diverse Proteste gegen französische Atomtest und US-Untergrund-Atomtests, Ausstellungen in Mumbai, Boston, Leeds, mehrere Eingaben beim Weltgerichtshof in Den Hague.

..

Die Mayors for Peace fechten mit vielen (friedlichen!) Waffen, mit Appellen, Deklaration, Unterschriftenlisten, Bildern, Ausstellungen, wissenschaftlichen Analysen nicht zuletzt. Und immer wieder hämmern sie es dem Weltgewissen – wo auch immer es sich verkörpern mag – ein, dass schon die Drohung mit Atomwaffen ein Verbechen ist. In seiner Message of Hibakusha (Hibakusha sind die verstrahlen Überleben den des Hiroshima- und Nagasaki-Bombardements sowie deren erbgeschädigte Nachkommen) vom 17. November 2006 in Rom, sagte der MfP-Präsident Dr. Tadatoshi Aikba: “Wir wollen Städten helfen, sich dagegen stark zu machen, dass man Cities zu Geiseln machen kann. Wir verlangen positive Zusicherungen aller Nuklearmächte, dass Städte keine Abwurfziele sein können. Und indem wir diese Forderung erheben erinnern wir daran, dass Städte derzeit faktisch Ziele von Atomprojektilen sind. Allein schon die Drohung ist laut International Court of Justice (ICJ) ein Kriegsverbrechen.”

..

“Frieden ist die natürliche Antwort auf die Frage, wie wir all das Leid in Zukunft abwehren können.”

..

Und Akiba erinnert daran, weshalb Städtenamen so einzigartig dazu taugen, das immer zu allererst indivduell erfahrene Leid zur Mahnung zu verallgemeinern, ohne dabei die Botschaft zu verwischen: “Das Leid der Einzelnen ist immer auch Leid einer Familie, ja sogar der Nacharschaft und der erweiterten Gemeinschaft; und Städte sind lebediger, echter Ausdruck so einer Gemeinshafts-Identität. Daher sprechen wir von Auschwitz, dem My Lai-Massaker, der Bombarierung von Dresden, wenn wir mahnend an dieses Leid erinnern wollen. Leid wird integraler Bestandteil der kollektiven Erinnerung, und Frieden ist die natürliche Antwort auf die Frage, wie wir all das in Zukunft abwehren können.”
Können wir?

..

Mayors for Peace haben sich über das viertel Jahrhundert ihrer Existenz hinweg nie von jener defätistischen Schein-Vernunft niederziehen lassen, die da wissen will, gegen die Logik der Waffen, hülfe kein Widerstand, kein Appelle, keine Abrüstungskampagne. Für ihre Beharrlichkeit, für fortwährenden Mut, der Mut macht, sind MfP vielfach geehrt und ausgezeichnet worden.

..

Der Nuclear Future Award 2007, eine weitere Ehrung, möge eine Ermutigung der Ermutiger sein. Sie ist notwendig, sie ist Not wendend.

..

–Claus-Peter Lieckfeld