The
Nuclear-Free Future
Award

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LIFETIME ACHIEVEMENT

is presented to

MATHILDE HALLA

AUSTRIA

Oslo
24 September 2005

Mathilde Halle

Wer – der Vergleich mit der Marathon-Distanz bietet sich an – so erfolgreich auf die Langstrecke geht wie Mathilde Halla, braucht mehr als Kraft und Ausdauer: wichtig ist, nicht zu verkrampfen. Wobei locker bleiben in diesem Fall alles andere meint, als den Ernst der Sache zu ignorieren. Mathilde Hallas ‘unerschöpflicher Optimismus’, so nennt sie ‘diese Sonderbegabung’, hat sie und ihre Weggefährten getragen durch die Mühen der atomaren Ebenen. Seit dreißig Jahren. Schon 1973 schloss sie sich der Bürgerinitiative gegen Atomgefahr an. Heute steht in Zwentendorf “das erste Denkmal für überholte Energiegewinnung im Maßstab 1 zu 1” (Bernd Lötsch). Der knappe Sieg der Atomkraftgener im österreichischen Referendum von 1978 hat ganz wesentlich mit dem Einsatz von Mathilde Halla zu tun.

“Heute steht in Zwentendorf das erste Denkmal für überholte Energiegewinnung im Maßstab 1 zu 1.”

Die ebenfalls verhinderte Wieder aufbereitugnsanlage in Wackersdorf/ Bayern machte Mut; aber mehr Energie noch bezog die gelernte Lehrerin für physisch und geistig behinderte Kinder aus ihrem Zorn über Tschernobyl (April 1986), genauer: über den Skandal der heruntergespielten Gefahr und der totgeschwiegenden Folgen.

Der Widerstand gegen den Atomkraft-Boom in der benachbarten Ländern Tschechien und Slowakei trägt nicht zuletzt ihre Handschrift. Diverse Initiativen hat sie angeschoben und belebt, dutzende Foren mitgestaltet. Ihre Broschüre ‘Kein Tschechisches Roulette für unsere Kinder’ und das Buch, das Sie herausgegeben hat, ‘Worst Case Scenario Chernobyl’ sind Musterbeispiele engagierter und wirksamer Publizistik.

Auf hypothetische Fragen gibt es meist nur hypothetische Antworten: Aber die Frage, wo stände Österreichs AKW-Bewegung ohne Menschen wie Mathilde Halla, läßt sich sehr klar beantworten: Weniger weit vorne. Die gebürtige Tschechin mit dem NFFA zu ehren, heißt, sich selbst Mut zu machen.

–Claus-Peter Lieckfeld