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Nuclear-Free Future
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RESISTANCE

is presented to

KEVIN BUZZACOTT

ARABUNNA NATION, AUSTRALIA

Carnsore Point
8 September 2001

Kevin Buzzacott

Das Wasser in der Erde ist heilig. Der Aborigine Älteste Kevin Buzzacott hat in den vergangenen Jahren demonstriert, dass er dem alten Gesetz seiner Vorfahren folgt – auch wenn seit 212 Jahren eine Kolonialmacht die Kultur seiner Vorfahren zerstört. In der Sprache der Weißen ist es Zivilcourage, für ihn als Ureinwohner schlicht eine Pflicht. Nie wird er aufhören, gegen den Uranabbau im Land seines Volkes, den Arabunna, zu kämpfen, obwohl er dafür wiederholt festgenommen und eingesperrt wurde.

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Am 26. März 1999 errichtet Buzzacott mit Unterstützern ein Friedenscamp an den Ufern des Lake Eyre. In diesem heiligen Land der Arabunna baut die Western Mining Coporation (WMC) in zwei Minen Uran ab. Das Datum der Besetzung ist auch das Datum der Invasion: Am 26. März 1999 erhält die WMC vom Bundesstaat South Australia die Genehmigung, die Abbauflächen der Minen zu erweitern und täglich bis zu 42 Millionen Liter Wasser aus dem Lake Eyre-Becken abzupumpen. Dieses Grundwasser ist die Lebensgrundlage der Arabunna und ihrer Nachbarn. Das Wasser wird den Ureinwohnern nicht nur gestohlen, sondern das verbleibdende Wasser durch giftigen Abwässer der Uranminen und -mühlen zusätzlich verseucht – in klarer, unmißverständlicher Sprache hat Buzzacott den Vereinten Nationen über die Verletzung einen Brief geschrieben. Viele Medien berichten darüber, doch dabei bleibt es. Die Minengesellschaft läßt sich auf keine Verhandlungen ein und verfährt, wie seit 212 Jahren mit den Einheimischen verfahren wird: In einer Nacht- und Nebel-Aktion zerstören die Sicherheitskräfte der WMC das Camp am Lake Eyre.

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“Es gibt keine Technologie, die das Einsickern von radioaktivem Material in das Grundwasserbecken am See verhindern kann.”

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Kevin Buzzacott läßt sich nicht einschüchtern und errichtet ein neues Camp. Am 10. Juni 2000 entzündet er am heiligen Friedensfeuer des Lagers eine Fackel und begibt sich auf einen dreimonatigen, dreitausend Kilometer langen Friedensmarsch entlang der alten Songlines der Aborigines nach Sydney. “Walking the Land for our Ancient Rights, Peace and Healing” macht vielen Australiern bewußt, dass die Ureinwohner aus der Rolle der stimmlosen Minderheit herausgetreten sind und nicht länger hinnehmen werden, wie ihr heiliges Land zerstört wird. Die Fronten werden deutlicher: Während Buzzacott mit immer mehr Verständnis bei der Bevölkerung Australiens rechnen kann, zeigt sich die WMC einmal mehr von ihrer skrupellosen Seite: Am 11. November 2000 zerstören ihre Schläger zum zweiten Mal das Camp am Lake Eyre. Buzzacott leitet rechtliche Schritte gegen die WMC ein und baut das Friedenscamp zum dritten Mal wieder auf. Jetzt gilt sein Kampf einem weiteren Plan der Regierung. Unweit des Sees, in Billa Kallina, soll ein Lager für Uranabfälle eingerichtet werden. “Es gibt keine Technologie, die das Einsickern von radioaktivem Material in das Grundwasserbecken am See verhindern kann”, argumentiert Buzzacott.

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Bis jetzt ist noch keine Entscheidung über das Uranmüll-Endlager gefallen. Aber die WMC baut weiter in der nunmehr größten Mine der Welt Uran ab und leert das Grundwasser-Becken am Lake Eyre. Kevin Buzzacott hat nie seinen Heimatkontinent verlassen. Seine Reise nach Irland wird ihm neue Verbündete bringen. Denn sein Kampf für Lake Eyre ist unser aller Kampf für die Unversehrtheit aller Seen dieser Erde.

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–Claus Biegert