The
Nuclear-Free Future
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SOLUTION

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HIROMICHI UMEBAYASHI

JAPAN

Basel
15 September 2017

Dr. Hiromichi Umebayashi

Sein Fach ist die Festkörperphysik. Doch im wirklichen Leben außerhalb des Labors akzeptiert der japanische Naturwissenschaftler Dr. Hiromichi Umebayashi keine festen Formen, Ansichten, Muster oder Grenzen. 1980 ließ er die akademische Lehrtätigkeit hinter sich und wandte sich gesellschaftlichen Fragen zu. Die japanische Gesellschaft ist hierarchisch, zwischen politischen und religiösen Welten gibt es wenig Berührung, die staatlichen Kreise kommunizieren kaum mit der Zivilgesellschaft. Hier ist Hiro der Hero: Als Brückenbauer verbindet er die Lager, initiiert Dialoge, öffnet Türen, kratzt am Denkgebäude der Friedenssicherung durch Massenvernichtungswaffen.
Sein Arbeitsplatz ist hinter der Bühne. Als zum Beispiel der japanische Außenminister Katsuya Okada und über hundert Parlamentarier 2010 in einem Brief an US-Präsident Barack Obama und seine Außenministerin Hillary Clinton für eine Abschaffung der Atomwaffen plädierten, war im Hintergrund – ungenannt, unermüdlich, unverzichtbar – Umebayashi aktiv. Nur die Einge
weihten kennen Hiromichis Handschrift. Es versteht sich von selbst, dass er pausenlos mit den „Bürgermeistern für den Frieden“ – Mayors for Peace – weltweit im Kontakt steht.
Seine Freunde und Mitstreiter bescheinigen ihm einen „magic touch“: Wo er seine Finger im Spiel hat, würden Wunder geschehen. Er ist Gründer von Peace Depot Inc., einer gemeinnützigen Initiative, die Friedensforschung und -erziehung betreibt, und die Ideen liefert für ein Sicherheitssystem, das ohne atomare Abschreckung oder militärische Überlegenheit auskommt.
Aus dem Peace Depot kommt der Vorschlag für eine nuklearwaffenfreie Zone Nordost-Asien (NEA NWFZ). Zu Nordost-Asien gehören drei Atommächte: China, Russland, Nordkorea.
Mitzurechnen sind die atomaren Stützpunkte der USA in Japan und Südkorea. Umebayashis Vision: Keine Atomraketen auf dem Boden der drei Staaten Japan, Nordkorea und Südkorea; gleichzeitig eine Garantie von Russland, China und den USA, gegen jene drei Staaten keine Nuklearwaffen einzusetzen. Alle Beteiligten müssen sich auf Augenhöhe begegnen, ungeachtet ihres militärischen Gewichts.
Hiromichis „Magic Touch“ zeigte schon Wirkung: Die Regierung der Mongolei bot an, für die Modeartion der Gesprächsrunden der sechs Länder zu sorgen. Dies geschah. Und die südkoreanische Provinz Gangwon, deren Nordgrenze innerhalb Nordkoreas liegt – dieser Grenzstreifen gilt als entmilitarisierte Zone – verlieh dem Peace Depot 2007 den Demilitarized Zone Peace Prize. Hiromichi: wie immer bescheiden und unsichtbar hinter den Kulissen. Dass es den Mann gibt, beweist das Bulletin „Nuclear Weapons & Test Monitor“, das zweiwöchentlich auf Japanisch erscheint: Hiromichi ist der Chefredakteur.