The
Nuclear-Free Future
Award

in the Category


SPECIAL RECOGNITION

is presented to

THE DEDICATED

SWITZERLAND

Basel
15 September 2017

The Dedicated

Die Schweiz? This is -…Das ist doch ein High Tec- und Safety-first-Land … oder? Wie man’s nimmt. Der Schweizer TÜV würde es nicht erlauben, dass ein Küchengerät, Made in Switzerland, mit überalterter Technik in die Verkaufsregale kommt. Aber Bern erlaubt den Kraftwerksbetreibern, fünf dramatisch überalterte AKWs am Netz zu halten. Also weiter so mit einer Technologie, die schon deshalb unmenschlich ist, weil sie kein Altern und keine Fehler verzeiht? Und die das unstrittige Irren-ist-menschlich nicht einkalkuliert?

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Im Mai 2017 hielt die Nation den Atem an: 1,3 Millionen Schweizerinnen und Schweizer verfügten mit 58 Prozent Ja-Stimmen, dass in ihrem Land keine AKWs mehr gebaut – und von Schweizer Boden keine Brennstäbe mehr in die Wiederaufarbeitung geschickt werden dürfen.

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Hinter diesem Erfolg steckt die Arbeit von Aktivistinnen und Aktivisten, die fast vier Jahrzehnte und sieben Volksabstimmungen hinweg für die Beendigung des nuklearen Zeitalters in der Schweiz gekämpft haben.

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Und weil das Land zwischen Oberrhein und Genfer See die erneuerbare Energieproduktion, Gebäudesanierung und andere Energie-Effizienzmaßnahmen gefördert hat, ist die eingeleitete Wende gut vorbereitet.

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Die Schweizer Anti-Atom-Aktivisten sprechen von „Durchbruch“, einem, der bis zuletzt von den Atomkonzernen und den Nuklearpromotoren heftig bekämpft wurde. Er gelang nach einem jahrzehntelangen atompolitischen Diskurs, der sich am heftigsten am Bau der großen Kernkraftwerke in Kaiseraugst (verhindert!) und Gösgen (seit 1979 in Betrieb) entzündet hatte. Was mit beherzten Geländebesetzungen und Demonstrationen im Tränengasnebel begann, hat sich heute in einer (zwar mit vielen Kompromissen beladenen, aber) detaillierten Gesetzesnovelle manifestiert: einer Novelle, die den Anfang vom Ende des Schweizer Atomzeitalters dokumentiert. Aber noch sind die fünf massiv überalterten Schweizer AKW nicht aus dem Verkehr genommen. Das Engagement gegen eines der weltweit ältesten AKW und seine vier unheilvollen Kumpane geht weiter.

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Dieser Erfolg hat viele Mütter und Väter, Menschen, die all die Jahre durchgehalten haben, die nicht im Vordergrund, nicht im Blickfeld der Medien standen, auch nicht im Rampenlicht, das bisweilen auf Parlamentsbühnen fällt. Es gilt jene Frauen und Männer mit dem Ehrenpreis auszuzeichnen, die gemeinhin vergessen werden: Menschen, die im Hintergrund wirkten und weiter werken, organisierten und weiter agieren, recherchierten und weiter unablässig informieren.

THE DEDICATED:

Marcos Buser, Dani Costantino, Michel Fernex, Mira Frauenfelder, Iris Frei, Stefan Füglister, Eva Geel, Niculin Gianotti, Heini Glauser, Jürg Joss, Roland Meyer, Ursula Nakamura, Stefan Ograbek, Georg Pankow, Heidi Portmann, Anne-Cécile Reimann, Philippe de Rougemont, Leo Scherer, Egon Schneebeli, Peter Scholer, Martin Walter, Walter Wildi – and also honoring the late Jürg Aerni, Konradin Kreuzer, Chaïm Nissim and Reiner Weibel.