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Nuclear-Free Future
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SOLUTIONS

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SAMSON TSEGAYE LEMMA

ETHIOPIA

Johannesburg
17 November 2016

Samson Tsegaye Lemma

Noch vor nicht allzu langer Zeit gab es in EntwicklungshelferKreisen immer so eine Art entschuldigendes Stöhnen, wenn die Rede auf „Photovoltaik und Afrika“ kam: „ Tjaaaa … nette Idee! Die viele Sonne in Afrika, da müsste man doch eigentlich … Aber die Technologie ist zu anspruchsvoll und zu verletzlich. Leider, leider …“

Samson Tsegaye Lemma, 1966 in Addis Abeba geboren und aufgewachsen, muss zu Beginn seines Solar-Engagements, Anfang 2002, diese üblichen Stoßseufzer auch gehört haben, die nichts an- aber etliches zurückstießen. Aber Samson ließ sich nicht davon abbringen, mit vorhandenem Material – den PhotovoltaikAnlagen, wie sie seinerzeit zu haben waren – zu experimentieren, sie Afrika-tauglicher zu machen und erste Anlagen in den ländlichen „tukuls“, den traditionellen äthiopischen Hütten, zu installieren. Der studierte Bauingenieur tat das mit eigenem Geld und in der Zeit, die er erübrigen konnte. Und viel Zeit war nötig, um die dörflichen Gemeinschaften auf den Weg der (solaren) Erleuchtung zu locken.

2005 hatte Samson und mit ihm Menschen, die auf mehr SolarElektrifizierung hofften, das notwendige Quäntchen Glück: Der deutsche Solar-Unternehmer Dr. Harald Schützeichel suchte für sein Solar Energy Foundation Projekt (SEF) im nördlichen Ostafrika „einen guten Mann vor Ort“ – landes- und sprachkundig, auf der Höhe der Technik, innovativ. Pionier und Stifter fanden sich, und was als Graswurzel-Initiative begonnen hatte, wuchs schon bald zu einem Leuchtturmprojekt für bessere Zeiten.

Samson, seit Juni 2006 Leiter des von Schützeichel ins Leben gerufenen Solar Center in Addis Abeba, kann inzwischen den sanften Fortschritt Punkt für Punkt belegen:

  • Über 30 000 Solarlicht-Produkte wurden bisher vertrieben • 65 Solartechniker wurden von SEF ausgebildet
  • Zwei Solar-Trainings-Zentren wurden im Land eingerichtet – bisher die einzigen in Äthiopien.
  • Vier Dörfer wurden solar-elektrifiziert
  • Eines dieser Dörfer, Rema, hat Solar-Wasserpumpen und angeschlossene Desinfektionseinrichtungen
  • 157 Schulen sind solarbeleuchtet
  • 35 Gesundheits(Außen)Posten nutzen Solaranlagen für Beleuchtung und Kühlsysteme
  • 300 Einzelpersonen und Initiativen hat Samson (schätzungsweise) bisher in Spezialberatungen Orientierungshilfe geben können.

Die Solar-Elektrifizierungen der Haushalte sind keine reinen Schenkungen, denn „was nichts kostet, ist nichts wert“, sagt Samson. Im Dorf erhalten die Haushalte die notwendigen technischen Anlagen nach einem „Cost-Sharing“-Modell. Ein Viertel der Kosten zahlt der Empfänger, dreiviertel die Stiftung. Und für Wartung und Betrieb geht pro Haushalt ein Euro monatlich auf ein Konto, das Stiftung und Dorfbewohner gemeinsam verwalten. Das Geld ist auch für den Batterieaustausch, der nach fünf, spätestens sieben Jahren nötig ist.

Die Effekte seiner Arbeit schildert Samson so: „Für die Menschen im Dorf ist um 18.30 Uhr spätestens der Arbeitstag zu Ende. Dann wird es dunkel. Nur 5% der ländlichen Bevölkerung haben Zugang zu Elektrizität – und 85% der 90 Millionen Äthiopier leben auf dem Land. Solarlicht schafft ökonomische Verbesserung. Läden können noch in den frühen Nachtstunden offen haben. Dann, wenn die Menschen, die tagsüber hart auf den Feldern arbeiten, Zeit haben. “