The
Nuclear-Free Future
Award

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RESISTANCE

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GOLDEN MISABIKO

CONGO

Munich
14 Oktober 2014

Golden Misabiko

Es ist ein Aspekt des Eurozentrismus, dass wir, wenn vom “Licht der Aufklärung“ die Rede ist, immer nur an Europa denken, nicht aber an den Schwarzen Kontinent. Einer der mutigsten Aufklärer der Gegenwart ist Kongolese. Und in diesem, seinem Heimatland, war es auch, wo Golden Misabiko von Februar bis September 2001 in ein dunkles Verlies gesperrt und gefoltert wurde.

Golden Misabiko, Jahrgang 1956, hatte 2000 öffentlich gemacht, dass die damalige Regierung Kabila acht angebliche Putschisten ohne Gerichtsverfahren hinrichten ließ. Goldens Festnahme und Folterhaft sollten einen eloquenten, passionierten Kämpfer für Menschenrechte einschüchtern und womöglich zum Schweigen bringen.

Das misslang. Golden Misabiko, Präsident der ASADHO (Association Africaine de Défense des Droits de l’Homme) fuhr fort mit dem Aufdecken und Entlarven. Im Jahr 2009 veröffentlichte er einen Bericht über die Regierungsbeteiligung an illegalem Uranabbau in der fünf Jahre zuvor aus Sicherheitsgründen stillgelegten Shinkolobwe-Mine. Außerdem deckte er auf, dass die kongolesische Regierung Geheimverhandlungen mit dem französischen Atom-Konzern AREVA führte; es ging im Kern um einen Vertrag, der es dem Konzern erlaubt nach Uranvorkommen zu suchen und Uran abzubauen. Im Juli 2009 – kurz nachdem Misabiko den Geheimdeal publik gemacht hatte – griff ihn ein Agent der Regierung auf. Misabiko wurde erneut inhaftiert und überlebte nur knapp Folter und Haft.

Amnesty International setzte seinen Fall auf die „Urgent Action“-Liste, etliche Botschaften machten ihren Einfluss geltend, und es ist der internationalen Solidarität zu danken, dass Golden Misabiko am 25. August 2009 auf Kaution freikam und nach Südafrika ausreisen konnte.Misabikos Frau Rose Maua und seine fünf Kinder werden in der Demokratischen Republik Kongo festgehalten und dürfen ihm nicht ins Exil folgen. Doch der Mann aus der Mitte des Kontinents ließ seine Stimme bis heute nicht ersticken. Der deutsche Dokumentarfilmer Marcel Kolvenbach („Atomic Africa“, 2013) begleitete Golden Misabiko und dessen Weggefährten Anthony Lymunda 2012 auf ihrer Aufklärungsreise durch mehrere afrikanische Staaten. Dramatischer Höhepunkt: Die langsame Zerstörung der Republik Niger durch Uran-Abbau und Goldens unermüdlicher Einsatz gegen diesen und andere Fälle von „Nuklear-Kolonialismus“. „Golden kämpft für uns“, heißt es in der Nominierung für den Nuclear-Free Future Award. Das stimmt, und das NFFA-Team ist glücklich, dass unser Motto „helping the helpers“ mit dieser Preisverleihung ein Stück weit realisiert werden kann.