The
Nuclear-Free Future
Award

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RESISTANCE

is presented to

African Uranium Alliance,

Africa

New York City,
29 September 2010

African Uranium Alliance

Während Europa Nordafrikas Wüsten als Sonnenenergiespender entdeckt und von DeserTec träumt, vergisst man leicht, dass die zwei großen Wüsten Afrikas – Sahara und Namib – schon lange Energie spenden, wenngleich mit fatalen Folgen. Beide Sandlandschaften sind die Heimat indigener Völker, im Norden der Tuareg; im Süden der Buschleute. Beide Regionen gehören zu den trockensten der Erde, trotzdem wird dort wasserintensiver Bergbau betrieben. In Niger baut der französische Atom-konzern Areva Uran ab, in Namibia der Multi Rio Tinto. Widerstand ist nie eingeplant. Afrika ist weit weg, auch Gleichgültigkeit gehört zum kolonialen Erbe. Dabei wurde schon beim Manhattan Project u.a. Uran aus der Kronkolonie Belgisch-Kongo verwendet.

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Der Widerstand in Niger, in Tansania, in Malawi, in Namibia, in Südafrika wurde früher kaum wahrgenommen, doch im November 2009 bündelten die Umwelt- und Anti-Atom-Aktivisten aus den fünf Staaten ihre Kräfte und schlossen sich zur African Uranium Alliance zusammen.

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Hauptaufgabe der Allianz ist neben dem Widerstand gegen neue Minen die Aufklärung der Arbeiter in den alten Minen. Die Verschleierung der Gefahr zeigt sich bereits, wenn die Bergleute in Niger ihren Arbeitsplatz “carriere” nennen – Steinbruch. Es gab keine Schutzkleidung, keine Dosimeter, keine Schutzbestimmungen: Die Arbeiter gingen in der schmutzigen Kleidung nach Hause, die Kinder saßen auf ihrem Schoß, die Frauen bekamen beim Waschen ihren Teil der radioaktiven Kontamination ab.

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“Wir sind in einer schrecklichen Lage.”

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Bis heute kontrolliert die Areva den Alltag ihrer Angestellten. Das einzige Krankenhaus gehört AREVA und ist nur für Bergleute zugänglich. Die Ärzte diagnostizieren bei Krebskranken, so fand die Menschenrechtsorganisation SHERPA heraus, fast durchwegs AIDS. Ist der Lungenkrebs nicht zu leugnen, wird Rauchen als Ursache angegeben. Verseuchte Bleche und Eisenteile werden im Hausbau verwendet und zu Küchengeräten verarbeitet. Nigers Regierung will 140 Schürfrechttitel an internationale Uranfirmen vergeben – für die Tuareg in der Region ein Todesurteil, wenn der karge Wasservorrat beim Ausschwemmen des Uranerzes kontaminiert wird.

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Die Hauptakteure der Allianz sind – von Süd nach Nord – Mike Kantey und Mariette Liefferink aus Südafrika, Bertchen Kohrs und Hilma Shindondola-Mote aus Namibia, Matthias Boniface und Anthony Lyamunda aus Tansania, Reinford Mwangonde aus Malawi, Diderot Nguepjouo aus Kamerun und Almoustapha Alhacen aus Niger.

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Am 27. Juli 2010 erreichte uns eine E-mail von Reinford Mwangonde aus Malawi: “Könnt Ihr mich anrufen? Wir sind in einer schrecklichen Lage. Ein Lastwagen mit Yellow Cake von der Mine Kayelekera hatte einen schweren Unfall und zwei Leute wurden getötet. Die Uranfirma Paladin reagiert ebenso wenig wie die Regierung. Dafür ist unsere Organisation Repressalien von Seiten der Regierung ausgesetzt.”

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Nuklearer Alltag in Afrika. Mit einem Teil des Preisgeldes konnten Zelte gekauft werden, um die Menschen aus den verseuchten Gebieten zu evakuieren.

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– Claus Biegert

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