The
Nuclear-Free Future
Award

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RESISTANCE

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MOTARILAVOA HILDA LINI

VANUATU

Oslo
24 September 2005

Motarilavoa Hilda Lini

Eine dieser Biographien, die in keine Kurzform zu zwängen sind, ein Leben, in dem sich Zeitgeschichte portraitiert. Hilda Lini, 47, Schwester von Vanuatus Premier Minister Father Walter Lini und mit ihm seit ein paar Jahren politsch überkreuz, in ihrer Studentenzeit Freiheitskämpferin gegen die Kolonialmächte, Pionierin für Frauenrechte, Hochschulkarriere, erste Ministerin des Inselstaates, eine der erfolgreichsten Journalistinnen Ozeaniens, Frontfrau auf diversen Foren im Land und im Ausland, lebendes Markenzeichen für den großen Versuch, ozeanische Kultur mit westlicher Zivilisation zusammen ‘lebbar’ zu machen. (Stammesstrukturen sind nicht per se undemokratisch!)

Ihre unbestechliche, mutige Haltung gegen jedwede nukleare Vereinnahmung und Durchdringung ihrer näheren und weiteren Heimat hat sie für alle Menschen, die eine nuklearfreie Zukunft wollen, zur ‘anchor woman’ im südpazifischen Raum werden lassen.

“Wir haben immer darauf geachtet, die Kolonialfrage und die Atomfrage in einem zu betrachten.”

Hilda Lini hat ihre Anti-Atom Überzeugung nie opportunistisch ausgeblendet, auch da nicht wo es politisch opportun erschienen wäre: Als Vizepräsidentin der Südpazifik Frauen-Kommission prangerte sie auch die französischen Atomtests im Pazifik an und erneuerte so ihr “Non!”, das den Franzosen noch aus den Zeiten anti-kolonialer Freiheitsbewegung in den Ohren klang.

“Die Regierungspartei, die ich lange mitgetragen habe, hat immer korrekt darauf geachtet, die Kolonialfrage und die Atomfrage in einem zu betrachten. Man kann Umweltfragen von politischen nicht trennen.” Würde man Hilda Lini ‘nur’ als Anti-Atom- Kämpferin betiteln wollen, würde sie – journalistisch versiert wie sie ist – zum Korrekturstift greifen: Kämpferin für Frieden unter den Menschen und mit der Natur. Und für das Recht auf Identität. ‘Darin ist alles aufgehoben.’

–Claus-Peter Lieckfeld