The
Nuclear-Free Future
Award

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is presented to

HELEN CLARK

NEW ZEALAND

St. Petersburg
5 Oktober 2002

Helen Clark

Helen Elizabeth Clark kam 1950 in Hamilton in Neuseeland zur Welt. Nach dem Besuch der Höheren Schule in Auckland studierte sie an der dortigen Universität. In ihrer Magisterarbeit und in ihrer Dissertation untersuchte sie das politische Verhalten der Landbevölkerung und ihrer gewählten Vertreter. 1973-75 hatte sie einen Lehrauftrag für Politologie an der Auckland University, war dann ein Jahr mit einem Graduiertenstipendium im Ausland, und hatte von 1977 bis zu ihrer Wahl ins neuseeländische Parlament 1981 einen Lehrstuhl für politische Wissenschaften an der Auckland University. Von 1984 bis 1987 war Helen Clark Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung. In dieser Funktion trug sie maßgeblich dazu bei, dass Neuseeland sich als erster Staat der Welt für nuklearfrei erklärte. Die Vereinigten Staaten waren über diese Politik so empört, dass die Regierung Neuseeland offiziell von einer verbündeten zu einer befreundeten Nation herunterstufte.

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Nach ihrem Wahlsieg am 27. November 1999 wurde Helen Clark Premierministerin. Ihre Regierung setzt sich seither nachdrücklich für Bündnisse mit anderen nuklearfreien Staaten ein, um eine kernwaffenfreie Welt zu schaffen. Im Vorwort zu Robert Greens Buch The Naked Nuclear Emperor schreibt sie:

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Neuseeland steht bei den internationalen Bemühungen, eine kernwaffenfreie Welt zu schaffen, seit langem an vorderster Front. Gemeinsam mit den vielen Menschen, Organisationen und Länder, die sich für dieses Ziel einsetzen, wollen wir eine Welt schaffen, in der die Völker auf der Basis des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung statt des Argwohns und der Feindseligkeit zusammen leben.

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“Wir wollen eine Welt schaffen, in der die Völker auf der Basis des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung statt des Argwohns und der Feindseligkeit zusammen leben.”

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Die Theorie der atomaren Abschreckung (mit der prächtigen Abkürzung MAD für Mutually Assured Destruction) ist mit diesen Zielen nicht vereinbar, nimmt sie doch von anderen Ländern stets das Schlimmste an und schafft eine Atmosphäre, in der Staaten versuchen, beim Aufbau von Kernwaffenarsenalen mit anderen Staaten mitzuhalten.

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Es gibt noch viele Hindernisse auf dem Weg zur nuklearen Abrüstung. Sorge bereiten die Atomwaffentests Indiens und Pakistans im Jahre 1998. Ausserdem mehren sich die Anzeichen dafür, dass Staaten wie Israel, Iran, Irak und Nordkorea an der Entwicklung von Kernwaffen arbeiten. Russland und die Vereinigten Staaten verfügen zusammen immer noch über mehr als 30 000 mehr oder minder einsatzbereite Kernwaffen, und das von den USA angestrebte Strategische Verteidigungssystem ist höchst beunruhigend. Es geht uns darum, die Anachronismen zu entlarven, die der Theorie der nuklearen Abschreckung zugrunde liegen. … Mit dem zunehmenden Austausch zwischen Völkern und Kulturen und internationalen Handelsbeziehungen und dem Verschwinden der Parolen des Kalten Krieges ist es im 21. Jahrhundert an der Zeit, Kernwaffen abzuschaffen und die Welt für alle Völker zu einem sichereren Ort zu machen.

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Vor Helen Clark wurden schon zwei andere Politiker mit dem Nuclear-Free Future Award ausgezeichnet: 1999 der ehemalige amerikanische Innenminister Stewart Udall, 2001 der deutsche Bundestagsabgeordnete Hans-Joseph Fell.

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–Wolfgang Heuss