The
Nuclear-Free Future
Award

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EDUCATION

is presented to

ASAF DURAKOVIC

CANADA

Jaipur, India
28 November 2004

Asaf Durakovic

DU – depleted uranium, abgereichertes Uran, U-238 – entpuppt sich mehr und mehr als Agent Orange jüngerer Kriege. Mit diesem dioxinhaltigen Entlaubungsmittel verschaffte die amerikanische Luftwaffe im Vietnamkrieg ihren Bombern freie Bodensicht. Die verheerenden Spätwirkungen – verwüstete Landstriche, Missbildungen bei Mensch und Tier – wurden verschwiegen, abgestritten und günstigstenfalls verharmlost.

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In beiden Golfkriegen, in Ex-Jugoslawien und vielleicht auch in Afghanistan setzte das amerikanische Militär DU-gehärtete Munition ein. DU ist ein Abfallprodukt aus der Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke – Atommüll, der in großen Mengen anfällt und entsorgt werden muss. Mit dem extrem dichten Material gehärtete Geschosse können Gebäude und Panzer besser durchdringen. Außerdem entzündet sich die Munition beim Aufprall explosionsartig, so dass sich radioaktiver und toxischer Staub über die Umgebung legt.

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Vor allem im südlichen Irak stößt man auf Kriegsgerät und Gebäude, die mit DU-Munition zerstört wurden. Die verheerenden Spätwirkungen der radioaktiven Strahlung – insbesondere Schilddrüsenkrebs, vor allem bei Kindern – werden bis heute verschwiegen, abgestritten und günstigstenfalls verharmlost.

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“Eine internationale Verschwörung gegen Kriegsopfer unter Zivilisten – vor allem unter Kindern.”

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Einer der Vorkämpfer gegen das Verschweigen ist der amerikanische Nuklearmediziner Prof. Dr. Asaf Durakovic, der als Radiologe und Fachmann für Strahlungsschäden seit Jahrzehnten internationalen Ruf genießt. Seit 1988 zog das Pentagon ihn als Experten zu Rate, im ersten Golfkrieg war er als Stabsarzt dabei. Mitte der 90er Jahre untersuchte er als Leiter der Nuklearabteilung eines Armeekrankenhauses bei Washington Soldaten, um dem zunächst mysteriösen “Golfkriegs-Syndrom” auf die Spur zu kommen. Als er im Körper der Kranken DU und sogar Plutonium feststellte, legte man ihm nahe, in andere Richtungen zu forschen. Der Arzt ließ sich nicht beirren, musste aber feststellen, dass Krankenakten und Labortests verschwanden. 1997 setzte das Pentagon ihn ab.

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Damals diagnostizierte Prof. Durakovics eine “Verschwörung gegen amerikanische Kriegsheimkehrer” und gründete in Kanada das Uranium Medical Research Center, dessen Ärztlicher Direktor er ist. Seit 2002 unterhält das UMCR u.a. zwei Forschungsteams in Afghanistan. Erste Befunde aus Urin- und Bodenproben deuten darauf hin, dass das amerikanische Militär in Afghanistan statt abgereichertem Uran natürliches Uran zur Munitionsveredelung eingesetzt hat. Ein neues Täuschungsmanöver, weil man befürchtet, dass sich der Zusammenhang zwischen DU-Munition und schweren Gesundheitsschäden auf die Dauer doch nicht vertuschen lässt?

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Angesichts dieser und anderer Befunde aus jüngster Zeit – 2001 wollte die Weltgesundheitsorganisation WHO im Irak DU-Auswirkungen vor Ort untersuchen, wurde aber auf Druck der USA von der UNO zurückgepfiffen – hat Dr. Durakovic seine Diagnose ausgeweitet: “Eine internationale Verschwörung gegen Kriegsopfer unter Zivilisten – vor allem unter Kindern”.

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–Wolfgang Heuss