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Nuclear-Free Future
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AILEEN MIOKO SMITH

JAPAN

Munich
14 Oktober 2014

Aileen Mioko Smith

Die Fukushima-Katastrohe, die am 11. März 2011 ihren Anfang nahm, zertrümmerte japanische und internationale Propagandalügen von der sauberen, sicheren Energiequelle Atomkraft. Die Quelle ist, was sie ist: vor allem giftig.

Dass sie in Japans Norden darüber hinaus um ein Haar auch noch akut massenmörderisch geworden wäre, ist bis heute kaum bekannt. Aileen Mioko Smith, Vorsitzende von Green Action Kyoto, war maßgeblich an der Aufdeckung gefälschter Versicherungsunterlagen beteiligt, die vor mehr als einem Jahrzehnt die Beschickung der Fukushima-Reaktoren mit Plutonium Mischoxid-Brennstäben als sicher einstuften. So kam es, dass nur eine geringe Menge des hochpotenten Giftes in einem der später explodierenden Reaktoren geladen wurde. Was wäre gewesen, wenn …?

Aileen begann ihre bewunderungswürdige Karriere als Enthüllerin 1971 an der Seite ihres damaligen Ehemannes W. Eugene Smith, dessen Fotos von den Opfern des Miamata-Quecksilber-Skandals um die Welt gingen. Acht Jahre später interviewte sie mehr als 250 Betroffene des Three Mile Island-Disasters  in Pennsylvania. Ihr Fazit: Die Menschen müssen beim Einsatz von Technologien unmittelbar und bestimmend beteiligt sein, wen es um Zukunft, um Leib und Leben geht.

In Japan wurde Aileen in den 1980ern zum personalisierten Widerstandszentrum – in einem Land, das trotz traumatisierender Erfahrungen mit Atom und Verstrahlung seltsam indolent hinnahm, dass die Heimat mit Atomanlagen gespickt wurde. 1988 half Aileen, 3,6 Millionen Unterschriften für einen Atomausstieg Japans zu sammeln. Und sie schlug – erfolgreich – Alarm, als japanische Energieversorger 2004 den Versuch unternahmen, zusätzliche Kosten für die Wiederaufbereitung in Höhe von 8.8  Billionen Yen an den Steuerzahler weiterzureichen. 2006 hatte, nicht zuletzt dank Aileens Engagement, eine Klage Erfolg, die es Hokurikus Electric untersagte, eine unsichere Anlage weiter zu betreiben. Und sie war es auch, die im August 2010, im Rahmen einer großangelegten Aktion von 794 Bürgerinitiativen, unter anderen Risikofaktoren auf die Erdbeben-Gefährdung von Atomanlagen hinwies – wenige Monate vor Fukishima.